Kabinettstück im August

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Gärtnerei, wohl Tölz, um 1910

Die Belegschaft einer Gärtnerei ließ sich im Hochsommer um 1910 stolz vor Hortensien und Spalierbäumen fotografieren. Ob es sich dabei um einen festlichen Anlass handelte oder der geschulterte Spaten nur für das Foto mit Buchsbaumzweigen dekoriert wurde, ist nicht bekannt. Westen, Arbeitsschürzen (Schaber) und Kopfbedeckungen sind der Gruppe gemeinsam. Nur die Mädchen in Kleidern und der Bub im Kittel machen eine Ausnahme von dem gärtnerischen Dresscode.

Die Arbeit als Gärtner war hart und forderte viel Ausdauer. Das gesamte Gießwasser musste jeden Tag mit Gießkannen verteilt werden und die Arbeitsgänge wurden überwiegend in gebückter Haltung ausgeführt. Statt Maschinenhilfe war reine Handarbeit gefordert. Wer schon einmal einen ganzen Tag unter der heißen Sonne im Blumen- oder Gemüsegarten gewerkelt hat, weiß das. Was uns heute als liebenswertes Hobby gilt, ist um 1910 Broterwerb und reine Notwendigkeit.

Neue Publikation in unserem Kontor

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Tracht in Miesbach
Verena Zemme, Mathias Leidgschwendner, Stadt Miesbach

Tracht in allen Facetten.
In der kleinen Kreisstadt Miesbach, 50 km südlich von München, ist man stolz auf ein einzigartiges Kulturgut - die Original Miesbacher Tracht. Spannende Reportagen, authentische Interviews und sorgsam recherchierte Hintergrundartikel lassen in dieser Sonderedition der Stadt Miesbach die Tracht lebendig werden.
Moderne Fotostrecken fangen die ganze Lebensfreude ein, mit der die Tracht heute im Oberland getragen wird.

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Hoseträger Y-Form

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Hoseträger V-Form

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Im gleichen Design erhältlich auch fürs Kind

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Hoseträger V-Form für Kinder

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Kabinettstück im Juli

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Fatsche, Detail, um 1810;

Leder, Pfauenfederkiel, Kupferlahn um textile Seele, Leinenfaden (TIZ)

 

Das Besondere an vielen bayerischen Gürteln aus der Zeit zwischen 1800 und 1840 sind die narrativen Bilder. Die kunstvoll gestickten Geschichten zeigen typische Szenen aus dem Berufsalltag oder Begebenheiten aus dem gesellschaftlichen Leben.  Das Detail der phantasievollen Abbildung eines Kegelscheibens auf einem prächtigen Gürtel aus unserer Sammlung ist einzigartig.  Einer der gegürteten Männer holt gerade mit der Kugel aus, einer feuert ihn an und ein dritter lässt sich den Krug reichen. Am Hauseck der Gastwirtschaft hängt ein sogenannter Buschen, das Zeichen für den Wein- oder Bierausschank. Ob es sich bei dem Baum mit Fahne neben dem Biertrinker um einen Maibaum handelt, wissen Wir nicht; einen festlichen Anlass kennzeichnet er allemal.

Wer sich mehr für die einzigartige Sammlung von Männer- und Frauengürteln im Trachten-Informationszentrum interessiert, erfährt viel Wissenswertes in dem hervorragend bebilderten „Buch der Gürtel“, das im www.trachtenkontor.de bestellt werden kann.

 

 

Kabinettstück im Juni

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Kasettl,  Schlehdorf, um 1860, Seide

Das Kasettl zählt zu den Schoßjacken und hat sein Vorbild in der Empiremode der Zeit um 1810. Je nach Region wird das Kasettl auch Schalk, Garnierspenzer, Röcke oder Spenzer genannt.  Die vielen Begriffe verwirren zunächst, aber charakteristisch für alle Schoßjacken in ihren vielen Varianten sind folgende Merkmale: die hohe Taille, die rund um den Halsausschnitt laufende Garnier und das angesetzte Schößchen, das sich im Rücken mittig zu einer Rüsche erweitert. Je nach Zeit und Ort sind die Stoffe, die Rüschentechnik oder die Ärmelformen über 200 Jahre dem Zeitgeschmack angepasst worden.

 

Unser Kabinettstück zeichnet sich durch einen gestreiften Seidendamast aus, dessen weiße Webkante geschickt in der Rüschentechnik Garnier mit der schwarzen Seide kontrastiert. Um 1860 ist die überwiegende Zahl der Schoßjacken noch aus farbigen Stoffen genäht und schwarze Seiden überwiegen erst ab etwa 1900. Ob es sich hier um einen mutigen modischen Vorgriff oder eine extra angefertigte Trauerkleidung handelt, wissen wir nicht.

Modenschau Bichl am 4. Mai 2018

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Eine wunderbare, bilderreiche Modenschau wurde am Freitag, 4. Mai 2018 im zahlreich gefüllten Festzelt in Bichl präsentiert.

Vor 1200 Besuchern gingen Maria und Michaela, zwei fabelhafte Models, für das Trachten-Informationszentrum auf den Laufsteg. Sie zeigten zwei Modellkleider, welche exclusiv für die Modenschau angefertigt wurden. Feenhaft und graziös haben sich die Models mit ihrem blumigen Kopfschmuck im Mieder und Kasettl den Besuchern gezeigt.

Das Kompliment der Moderatorin Susanne Wiesner "Das TIZ hat ein bisschen Karl Lagerfeld nach Bichl gebracht" hat uns außerordentlich gefreut.

Aus alten Bildern zu lesen, sie verstehen und in die heutige Zeit umzusetzen, ist eine der Aufgaben, denen wir uns widmen.

Mit Traudl Stacheter, Lindach/Baiern konnte das Trachten-Informationszentrum eine versierte und engagierte Schneidermeisterin beauftragen. Sie setzte unsere Ideen in märchenhafter Weise um.

 

 

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