Kabinettstück im Juli

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Die Hoferbin … und ihre drei Schwestern

Beim Schmied von Pavolding im Chiemgau gab es vier Töchter. Nur eine konnte den Hof erben, die drei weiteren verheirateten sich anderswo. Auf diesem Bild ist die Hoferbin Maria zu sehen, die in der großbäuerlichen Mode ihrer Zeit im Gras vor einer Leinwand steht; ein großer, verdorrter Zweig ist als Dekoration angelehnt und der gepolsterte Stuhl im Barockstil vervollständigt das Bühnenbild. Es war bis Ende des 19. Jahrhunderts durchaus üblich, dass Wanderfotografen umherzogen und ihr Freiluftatelier aufbauten.

Wie Marias Schwestern gekleidet sind, zeigen die Kabinettstücke August, September und Oktober.

Abbildung:
Fotografie, Oberbayern, um 1875/80
Sammlung Bezirk Oberbayern, Trachten-Informationszentrum

 

Juni 2020: Aktuelle Meldung

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Das Trachten-Informationszentrum des Bezirks Oberbayern und sein Kontor hat für den Publikumsverkehr wieder geöffnet.

Die aktuellen Umstände im Zusammenhang mit dem COVID-19-Virus verändern unsere gewohnten Gegebenheiten. 

Die Besucherzahl ist begrenzt. Bitte vereinbaren Sie einen Termin.

Sie erreichen uns per Mail unter info@trachten-informationszentrum.de.

Wir bitten um Ihr Verständnis und wünschen Ihnen alles Gute!

 

 

Kabinettstück im Juni

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Die Tasche für Briefe und Münzen

In unserer Accessoires-Sammlung befindet sich eine Brieftasche aus ursprünglich schwarz gefärbtem Leder. Auf die Klappe sind mit gespaltenen Pfauenfederkielen die Initialen S.R. in Schreibschrift gestickt.

Die Tasche ist aus einem Stück Leder genäht, das viermal zusammengelegt ist, so dass sich Fächer ergeben; dazu wurden Zwickel aus weichem Weißleder eingesetzt. In der Brieftasche lagen beim Erwerb durch den Bezirk Oberbayern drei Münzen zu 20, 12 und 6 Kreuzern.

 

Abbildungen:

Brieftasche, Bayern, zweites Drittel 19. Jahrhundert
Leder, Pfauenfederkiel, Leinenfaden, Münzen
Sammlung Bezirk Oberbayern, Trachten-Informationszentrum

 

Kabinettstück im Mai

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(Foto: Pressestelle Bezirk Oberbayern)

Die Corona-Maske

Auch moderne Objekte finden Eingang in unsere Sammlung. An einen Mund- und Nasenschutz haben wir bis jetzt noch nicht gedacht. Aus aktuellem Anlass ist es nun soweit. Ob professionell oder in Eigenarbeit hergestellt, das Spektrum an Qualität, Schnitten und Farben ist unüberschaubar. Geblümt, jägergrün oder mit Reißverschluss für den Strohhalm – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Eher zurückhaltend und dezent sind dagegen die Modelle des Bezirks Oberbayern ­– schlicht und schützend in dunkelblau oder hellgrau.

 

Abbildung:

Mund- und Nasenschutzmaske, München, 2020

Baumwolle, Einlage, Gummiband

Sammlung Trachten-Informationszentrum Bezirk Oberbayern

 

 

Kabinettstück im April

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Der Gummihosenträger

Schlichte Gummihosenträger kennen wir auch in der heutigen Männermode. Wesentlich prächtiger sahen sie dagegen in der biedermeierlichen Männermode aus. Die Stoffstreifen, unter denen die Gummibänder mit den ledernen Knopflaschen eingenäht waren, wurden oft kunstvoll mit floralen Motiven, Jagdszenen oder graphischen Ornamenten bestickt. Sie gehörten bis um 1900 zu den wichtigsten Accessoires, um die Hosen zu halten. Unter der Weste verborgen waren sie eine Art Dessous für den Mann. In der Trachtenkleidung haben sie sich erhalten und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Einige schöne Exemplare „moderner“ Hosenträger finden Sie auch bei uns im Trachtenkontor. (www.trachten-kontor.de/Mode/Accessoires)

 

 

Abbildung:

Hosenträger, Süddeutschland, um 1850

Leder, Seide, Stramin, Wolle, Glasperlen, Metalldraht, Gummi

Sammlung Trachten-Informationszentrum Bezirk Oberbayern

Kabinettstück im März

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(Foto: Anita Karl-Holeczek)

 

Tausende Perlen

In unserer Schmuck- und Accessoires-Sammlung befindet sich ein perlenbestickter Zugbeutel mit der Inventarnummer 00742. Die Beschreibung in unserem Inventarisierungsprogramm lautet wie folgt:

Länglicher Perlenbeutel mit perlenüberzogener Kugel und Quaste aus Perlschnüren am unteren Ende; roséfarbenes Seidenfutter; maschinell besticktes (Baumwoll)Gewebe mit angehäkelter Abschlussspitze (crèmefarben), in der Öffnungen für eine gegenläufige Kordel ausgespart sind; der crèmefarbene Webgrund und Faden tragen in den Segmenten der Rundung hohe Blumenarrangements, darauf folgt ein Streifen mit Blüten und Blättern, diesen schließen sich goldene Zacken an; dem folgen nach oben zu wechselnde Bänder mit Ranken auf türkis- oder crèmefarbenem Grund.

So genau wird jedes der rund 1.500 Objekte der Schmuck- und Accessoires-Sammlung beschrieben. Hinzu kommen weitere Daten beispielsweise zur Herkunft oder zum Zustand.

 

 

Abbildung:

Zugbeutel/Perlenbeutel

Erstes Viertel des 20. Jahrhunderts

Sammlung Trachten-Informationszentrum Bezirk Oberbayern

 

Kabinettstück im Februar

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Das Boarhaisl Annamirl

Anna-Maria Datz lebte in Bischofswiesen im Bayerhäusl. Die Koseform von Anna-Maria ist Annamirl und so erklärt sich ihr Name im Dialekt: Boarhaisl Annamirl.

Ihr sonntägliches Gewand ist typisch für das Berchtesgadener Land Ende des 19. Jahrhunderts: Unter der Strickjacke, dem sogenannten Hemad, trägt sie ein weiches Mieder und ein vorne überkreuztes Halstuch. Um den Hals ist ein Bindl mit einer einfachen Masche geknüpft. Auf dem locker gebundenen Kopftuch sitzt der Hut, den eine Kordel in sieben Reihen, ein Rehradl aus Reh-Haar und eine Hutnadel zieren.

 

Abbildung:

Anna Maria Datz aus Bischofswiesen

retuschierte Fotografie, Ende 19. Jahrhundert

Sammlung Trachten-Informationszentrum Bezirk Oberbayern

Textilmarkt in Benediktbeuern, 19. und 20. September 2020

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Kabinettstück im Januar

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 (Foto: Anita Karl-Holeczek) 

Ein Medallion für`s Herz

Vor 90 Jahren war dieser Anhänger ein Geschenk für die Liebste anlässlich einer Verlobung.

Ein bunter Strauss mit Alpenblüten im klassischen Dreiklang von Almrausch, Edelweiß und Enzian ziert das Kabinettstück zum Neuen Jahr. Auf dem bemalten Porzellanoval ist auf der Rückseite ein messingfarbener, ebenfalls ovaler Medalliondeckel mit Rahmen und Glas eingelassen. Das Depositorium ist heute leer, vielleicht war darin einmal das Bild des Liebsten …

 

Abbildung:

Medallion, Oberbayern, um 1930
Porzellan, Farbe, Messing, Glasfluss
Sammlung Trachten-Informationszentrum Bezirk Oberbayern

Kabinettstück im Dezember

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 (Foto: Anita Karl-Holeczek) 

Der Pfeil für`s Haar

Bis weit ins 20. Jahrhundert trugen Frauen ihr langes Haar gerne in hochgesteckten und geflochtenen Frisuren. Den Haarschmuck dazu gab es in Form von Bändern, Haarspangen, Ziernadeln, Kämmen oder Haarpfeilen. Die Haarpfeile konnten horizontal, vertikal oder schräg in den Haarknoten gesteckt werden. Sie dienten auch zur Befestigung von Kronen (Kranl) und Häubchen (Böndl).

 

Abbildung:
Haarpfeil, vermutlich Oberbayern, zweites Drittel 19. Jahrhundert, vor 1866
Silberlegierung, Feuervergoldung, roter Glasstein
Sammlung Trachten-Informationszentrum Bezirk Oberbayern

 

 

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